Dritte internationale Traumapädagogik-Konferenz
Die erste internationale Traumapädagogik-Konferenzwoche anlässlich des 50. Jahrestags von SOS Kannerduerf Lëtzebuerg war ein wunderbarer Erfolg. Aufgrund der grossen Nachfrage vieler TeilnehmerInnen haben wir uns entschieden dieses Fortbildungsangebot in Zukunft weiterzuführen. Auf dieser Seite finden Sie ein Archiv, wo Sie die Inhalte vergangener Konferenzen nachlesen können. Bis bald auf der 3. internationalen Traumapädagogik-Konferenz !

Viele der Verhaltensweisen, mit denen Kinder und Jugendliche auf Traumatisierungen reagieren, sind für ihr Umfeld mitunter schwer nachvollziehbar und manchmal auch belastend. Forschungserkenntnisse aus Psychotraumatologie und Hirnforschung ermöglichen uns heute ein professionelles Verständnis der Auswirkungen von psychischen Traumata auf die Entwicklung und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen.

Traumapädagogik bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten zur Förderung des Selbstverstehens, der Emotionsregulation, der physischen und psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz), sowie der Partizipation. Die traumapädagogische Grundhaltung beinhaltet ein aus fachlicher Sicht verändertes Verständnis von Gruppenprozessen und Gruppendynamik, von haltgebenden Strukturen, bindungsförderndem Verhalten und Stabilisierung, sowie auch von der Zusammenarbeit mit dem familiären Umfeld.

Es ist das Anliegen von SOS Kannerduerf Lëtzebuerg, Menschen die in ihrem beruflichen und privaten Alltag traumatisierten Kindern und Jugendlichen begegnen, wie Erzieher, Sozialarbeiter, Lehrer, Krankenpfleger, Pflege- oder Adoptiveltern, Ärzte, Polizisten, Juristen etc., neue Handlungsmöglichkeiten aufzuweisen.

Kinder besitzen erstaunliche Kräfte, sich zu entwickeln. Sie brauchen Verbündete, die sie stärken, Verbündete, die sie schützen, und Verbündete, die sie auf ihrem Weg zu einer selbstbemächtigten Zukunft begleiten.

Wilma Weiss
Mitbegründerin der Traumapädagogik

Programmübersicht
9.00-12.30 & 13.30-17.00
Unsichtbare Erinnerungen

In dieser Konferenz befassen wir uns mit der Bedeutung transgenerationaler Traumaweitergabe in der pädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, und deren Familien:

Transgenerationale Traumata sind Traumata bei denen Erleben und Symptome ungefiltert / unbearbeitet von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Dabei geht es um Kriegserlebnisse, Erfahrungen von Folter, Verfolgung oder Flucht, Vernachlässigungs- oder Trennungserfahrungen, Erlebnisse sexueller Gewalt oder emotionaler / physischer Misshandlung. Bei dieser sogenannten « sekundären » Traumatisierung entwickeln die Kinder Traumasymptome ohne eigene auslösende Erlebnisse, aufgrund ihrer engen Beziehung und dem Zusammenleben mit den traumatisierten Eltern.

Sprache: Deutsch, Simultanübersetzung in Französisch

Wilma WEISS und Jacob BAUSUM
9.00-12.30 & 13.30-17.00
Ist Trauma ansteckend?

Die Umstände, in denen Kinder traumatisiert werden können, sind unzählig: vorsätzliche oder unbeabsichtigte Ereignisse, häusliche oder äußere Gewalt, bekannte oder unbekannte Täter, Vorhandensein oder Fehlen von Geschwistern, Alter und Entwicklungsstand des Kindes...

Für Fachleute, die in solchen Situationen intervenieren, ist die Betreuung besonders sensibel, da sie dadurch mit Themen wie Grenzüberschreitungen, ihrer eigenen Beziehung zum Kind, zu Autorität, Gewalt, Sexualität, Familie und Recht konfrontiert werden. Solche Situationen können zu massiven Abwehrreaktionen führen, die das Kind dem Risiko aussetzen, nicht geschützt zu werden (durch Verleugnung, Ablehnung, projektive Identifikation, Verharmlosung usw.), aber auch einen Leidensdruck bei den Professionellen zur Folge haben können (berufliche Erschöpfung, sekundäres Trauma). Werden die betroffenen Dienste auf institutioneller Ebene nicht unterstützt, geht der daraus resultierende Zerfall von institutionellen Bindungen oft einher mit erheblichem Leiden auf Teamebene. Solch traumatischen Kontaminationseffekte sind unvermeidlich, können aber eingedämmt und begrenzt werden.

Sprache: Französisch, Simultanübersetzung nach Deutsch

Dr Hélène Romano

Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher dass ich es schaffe

Pippi Langstrumpf

Die Redner

Jacob Bausum

Jacob Bausum, Jahrgang 1975. Erzieher, Dipl. Sozialarbeiter, Traumapädagoge. Seit 2008 Referent und seit 2012 Mitglied im Leitungsteam des Zentrum für Traumapädagogik. Ausserdem Mitglied im Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik e.V..

Schwerpunkte: Trauma und Gruppe, sexuell grenzverletzende Kinder und Jugendliche Er ist Autor diverser Fachartikel und Co-Autor traumapädagogischer Fachbücher, u.a. mit Wilma Weiß.

Mehr infos

    Wilma Weiß

    Wilma Weiß, geb. 1951, Diplom-Pädagogin und Diplom-Sozialpädagogin, hat die Bundesarbeitsgemeinschaft für Traumapädagogik (BAG-TP) mit gegründet und gilt somit als eine der Begründerinnen der Traumapädagogik in Deutschland. Sie ist (Co-)Autorin zahlreicher Fachartikel und Bücher, darunter:

    Wilma Weiß (2018) « Hey, ich bin normal! »: Herausfordernde Lebensumstände im Jugendalter bewältigen. Perspektiven von Expertinnen und Profis

    Wilma Weiß (2016) Philipp sucht sein Ich: Zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen (Basistexte Erziehungshilfen)

    Wilma Weiß (2016) Handbuch Traumapädagogik (Beltz Handbuch)

    Wilma Weiß (2014) « Als wär ich ein Geist, der auf mich runter schaut »: Dissoziation und Traumapädagogik (Edition Sozial)

      Hélène ROMANO

      Dr. Hélène Romano, Psychologin, Therapeutin, Dozentin, Trainerin, Autorin zahlreicher Artikel und Koautorin bzw. Autorin von Büchern, darunter :

      Romano H. (2018) Quand la vie fait mal aux enfants. Paris, Odile Jacob.

      Romano H. Izard E (2018) Le livre blanc de la protection de l’enfance. Paris, Amazone

      Romano H. (2017) L’arbre et l’ombre de la lune. Parler du suicide d’un parent à l’enfant. Paris, Éditions courtes et longues, 2017.

      Romano H. (dir). Accompagner l’enfant victime en justice. Maltraitance & agression. Paris, Dunod, 2017.

      Romano H. Day A. Après l’orage. Parler des attentats aux enfants. Paris, Éditions courtes et longues. 2016

        Vielleicht baue ich eine neue Familie, weil die alte kaputt ist

        Zena, 8 Jahre

        Anmeldung
          Teilnahmegebühr:

          140 € /Tag *
          Frühbucher bis 15/07 : 125 € /Tag *
          Studenten: 110 € /Tag *

          *Im Preis mit einbegriffen sind : Konferenz, 2 Kaffeepausen und ein Mittagsbuffet

          Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Zahlungsaufforderung.
          Nach Zahlungseingang erhalten Sie von uns eine definitive Anmeldebestätigung.

          Teilnehmer, welche aufgrund einer Erkrankung kurzfristig verhindert sind, bekommen gegen Vorlegen eines entsprechenden Krankenscheins den vollen Preis zurückerstattet.

          Bitte kreuzen Sie die von Ihnen ausgewählte/n Konferenz/en an.
        • Conférence du 11/11/20
          Wilma WEISS und Jacob BAUSUM

          Unsichtbare Erinnerungen
          Konferenzprache Deutsch / Traduction simultanée en français

        • Conférence du 12/11/20
          Dr Hélène Romano

          Ist Trauma ansteckend?
          Conférence en français / Simultanübersetzung in Deutsch


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