Zweite internationale Traumapädagogik-Konferenz
Die erste internationale Traumapädagogik-Konferenzwoche anlässlich des 50. Jahrestags von SOS Kannerduerf Lëtzebuerg war ein wunderbarer Erfolg. Aufgrund der grossen Nachfrage vieler TeilnehmerInnen haben wir uns entschieden dieses Fortbildungsangebot in Zukunft weiterzuführen. Auf dieser Seite finden Sie ein Archiv, wo Sie die Inhalte vergangener Konferenzen nachlesen können. Bis bald auf der 2. internationalen Traumapädagogik-Konferenz !

Viele der Verhaltensweisen, mit denen Kinder und Jugendliche auf Traumatisierungen reagieren, sind für ihr Umfeld mitunter schwer nachvollziehbar und manchmal auch belastend. Forschungserkenntnisse aus Psychotraumatologie und Hirnforschung ermöglichen uns heute ein professionelles Verständnis der Auswirkungen von psychischen Traumata auf die Entwicklung und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen.

Traumapädagogik bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten zur Förderung des Selbstverstehens, der Emotionsregulation, der physischen und psychischen Widerstandsfähigkeit (Resilienz), sowie der Partizipation. Die traumapädagogische Grundhaltung beinhaltet ein aus fachlicher Sicht verändertes Verständnis von Gruppenprozessen und Gruppendynamik, von haltgebenden Strukturen, bindungsförderndem Verhalten und Stabilisierung, sowie auch von der Zusammenarbeit mit dem familiären Umfeld.

Es ist das Anliegen von SOS Kannerduerf Lëtzebuerg, Menschen die in ihrem beruflichen und privaten Alltag traumatisierten Kindern und Jugendlichen begegnen, wie Erzieher, Sozialarbeiter, Lehrer, Krankenpfleger, Pflege- oder Adoptiveltern, Ärzte, Polizisten, Juristen etc., neue Handlungsmöglichkeiten aufzuweisen.

Kinder besitzen erstaunliche Kräfte, sich zu entwickeln. Sie brauchen Verbündete, die sie stärken, Verbündete, die sie schützen, und Verbündete, die sie auf ihrem Weg zu einer selbstbemächtigten Zukunft begleiten.

Wilma Weiss
Mitbegründerin der Traumapädagogik

Programmübersicht
9.00-12.30 & 13.30-17.00
« Ich wollte auch mal stark sein! »
Wenn Opfer zu Tätern werden

Die polizeiliche Kriminalstatistik der Bundesrepublik Deutschland zählt jährlich mehr als 11.000 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren. Einige dieser Kinder und Jugendlichen werden später selbst zu Tätern. In den Biographien sexuell übergriffig gewordener Kinder und Jugendlicher finden sich häufig auch sexuelle Gewalterfahrungen. Aber nicht jedes Opfer wird zum Täter. Warum ?

In dieser Konferenz beschäftigen wir uns mit der umstrittenen Kausalität von Opfer-Sein und Täter-Werden bei Kindern und Jugendlichen. Unter welchen Umständen führt die eigene Opfererfahrung zum Täter-Dasein? Wie verarbeiten betroffene Kinder und Jugendliche ihr eigenes Trauma? Welche Bedingungen wirken sich förderlich auf die Entwicklung gewalttätiger Verhaltensweisen aus ? Welche Interventionsmöglichkeiten zur Prävention einer sich entwickelnden Täterschaft lassen sich aus diesen Erkenntnissen ableiten?

Dieses Bildungsangebot richtet sich an Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, deren Biografien Erfahrungen körperlicher oder sexueller Misshandlung aufweisen : Erzieher, Sozialarbeiter, Lehrer, Pädagogen, Psychologen. Auch Pflege- / Adoptivfamilien könnten sich hierfür interessieren.

Konferenzprache Deutsch
Traduction simultanée en français

Harald Conrad (Diplom-Sozialpädagoge und Sexualtherapeut DGfPI)
und Kerstin Müller (Diplom-Psychologin und Sexualtherapeutin DGfPI)
9.00-12.30 & 13.30-17.00
ARC - ein Interventionsmodell für traumatisierte Kinder und Jugendliche

Fachleute aus psychosozialen und pädagogischen Bereichen stehen oft dem tiefen Leid traumatisierter Kinder und Jugendlicher gegenüber. Wie kann jungen Opfern von Vernachlässigung, sexueller / körperlicher Misshandlung wirksam geholfen werden, insbesondere wenn diese Handlungen von einer Bindungsperson begangen wurden?

Nach einem einführenden Blick auf die individuellen, familiären, sozialen und kulturellen Faktoren, welche die Entwicklung von post-traumatischen Folgestörungen beeinflussen, wird Dr. Collin-Vézina ein empirisch validiertes Interventionsmodell vorstellen, genannt ARC - Attachment, Regulation & Competency (Bindung, Selbstregulierung und Kompetenz).

Inspiriert durch die Erkenntnisse der Bindungs- und Resilienztheorien, setzt das ARC-Modell psychoedukative und kognitive Verhaltenstechniken in die Praxis um, wobei die Stärken und Bewältigungsstrategien des Kindes und seiner Familie stets im Mittelpunkt stehen.

Dieses Bildungsangebot richtet sich an Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, deren Biografien multiple traumatische Erfahrungen aufweisen : Erzieher, Sozialarbeiter, Lehrer, Pädagogen, Psychologen. Auch Pflege- / Adoptivfamilien könnten sich hierfür interessieren.

Conférence en français
Simultanübersetzung in Deutsch

Dr. Delphine Collin-Vézina

Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher dass ich es schaffe

Pippi Langstrumpf

Die Redner

Delphine Collin-Vézina

Dr. Delphine Collin-Vézina, ist Leiterin des Zentrums für Kinder- und Familienforschung an der McGill University in Montreal, Kanada. Sie promovierte in klinischer Psychologie und in Sexologie. Sie ist Inhaberin des Canada Research Chair in Child Welfare und seit 2007 Associate Professor an der School of Social Work der McGill University. Ihre Forschung zielt darauf ab, zur Implementierung wirksamer Interventionen für Kinder mit komplexen Traumata beizutragen.

    Harald Conrad und Kerstin Müller

    Harald Conrad (Diplom-Sozialpädagoge und Sexualtherapeut DGfPI) und Kerstin Müller (Diplom-Psychologin und Sexualtherapeutin DGfPI) verfügen über langjährige Erfahrungen in den deliktpräventiven Fachbereichen. Seit 2017 leiten sie gemeinsam die Privatpraxis IGeLS - Initiative für gewaltfreies Leben in Saarbrücken. Ihr Angebot umfasst deliktpräventive Therapie / Beratung bei Schwierigkeiten mit dem eigenen sexuellen und/oder gewalttägigen Verhalten, individuelle Fortbildungsangebote , Erstellen von Gutachten im strafrechtlichen Bereich, Supervision und Coaching.

      Vielleicht baue ich eine neue Familie, weil die alte kaputt ist

      Zena, 8 Jahre

      Anmeldung
        Teilnahmegebühr:

        125€/Tag
        Frühbucher bis 15.7. : 110€/Tag
        Studenten: 95€/Tag
        Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Zahlungsaufforderung.
        Nach Zahlungseingang erhalten Sie von uns eine definitive Anmeldebestätigung.
        Bei einem Rücktritt bis zum 07.11.2019 erstatten wir 2/3 der Kosten zurück.
        Nach diesem Datum kann keine Rückerstattung mehr erfolgen.

        Bitte kreuzen Sie die von Ihnen ausgewählte/n Konferenz/en an.
      • Konferenz vom 28/11/19
        Harald Conrad und Kerstin Müller

        Ich wollte auch mal stark sein ! Wenn Opfer zu Tätern werden
        Konferenzprache Deutsch / Traduction simultanée en français

        Leider ist diese Veranstaltung bereits vollständig ausgebucht. Alle neuen Anmeldungen werden vorerst auf eine Warteliste gesetzt. Wir informieren Sie wenn ein Platz frei wird.
      • Konferenz vom 29/11/19
        Dr. Delphine Collin-Vézina

        ARC - ein Interventionsmodell für traumatisierte Kinder und Jugendliche
        Conférence en français / Simultanübersetzung in Deutsch

        Leider ist diese Veranstaltung bereits vollständig ausgebucht. Alle neuen Anmeldungen werden vorerst auf eine Warteliste gesetzt. Wir informieren Sie wenn ein Platz frei wird.


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